Glossar und wissenswerte Formeln
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W XYZ
.Anlassen
Glühen bei niedriger Temperatur mit dem Zweck des Einbringens angelassenem Martensits zur Senkung der Härte und leichten Verbesserung der Zähigkeit..Austemperieren
Thermische Behandlung der eisenhaltigen Legierungen, die (bei vorangegangener Erhöhung auf Temperaturen um die 850-950ºC zur Austenisierung) aus einem Abkühlen auf hohe Temperaturen 250-450ºC (im Salzbad) besteht. Dabei wird ein Bainitstufengefüge erreicht, das der Legierung bei gleichbleibend hoher Festigkeit höhere Zähigkeitswerte als bei den normal ausgehärteten martensitischen Gefügen der normalen Aushärtungen vermittelt..Austenit
Feste Kohlenstofflösung in Fe Gamma (ca. 1,8%C maximal), nur bei hohen Temperaturen stabil. In Gegenwart niedriger Temperaturen nur dann stabil, wenn hohe Prozentsätze an Elementen wie Nickel vorhanden sind.>>> hoch zur Auswahl
.Bainit
Bestandteil des Guss- und Stahlgefüges. Entsteht durch Umformung des Austenits bei höheren (>Ms) als den beim Abkühlverfahren im Aushärtungsprozess üblichen Temperaturen. Die Behandlung zum Erreichen der Bainitstufe wird als Austemperieren bezeichnet und besteht aus einer isotermischen Aushärtung mit Abkühlung bei 250-400ºC (im Salzbad)..Bearbeitbarkeit
Die Fähigkeit metallischer Materialien sich im Verlaufe der Bearbeitungsprozesse der Beeinflussung von Werkzeugen zu unterwerfen..Bohren
Bearbeitungsprozess. Kommt zur Anwendung, um aus stranggegossenen Rundstäben Rohre zu machen..Brinell-Härte
Da die Härte eines Materials dessen Widerstandsfähigkeit gegen das Eindringen eines Körpers ist, wird der Wert der Brinell-Härte (H.B.) durch das Verhältnis zwischen einer auf eine Kugel mit einem bestimmten Durchmesser aufgebrachte Last (kg) und dem Bereich der Kalotte des Eindrucks (in mm) bestimmt). Beispielsweise bedeutet HB 3000/10, dass der Versuch mit einer Kugel mit 10 mm Durchmesser und einer Last von 3000 g durchgeführt wird.>>> hoch zur Auswahl
.Dämpfungsfähigkeit
Die Eigenschaft von Materialien durch Abbau der aufgenommenen Schockenergie die erzeugten Vibrationen zu dämpfen..(Wechsel-) Dauerfestigkeit
Der Widerstand, den Metalle wechselnden oder intermittierenden Belastungen mit Werten unterhalb der Streckgrenze entgegensetzen. Theoretisch würde eine dauerhafte Belastung mit diesen Werten nicht zu einer plastischen Verformung führen, eine solche kann sich aber aufgrund der wechselnden bzw. intermittierenden Natur dieser Lasten ergeben. Das Konzept der (Wechsel)Dauerfestigkeit drückt die maximal ohne Verformung ertragene Belastung für eine bestimmte Veränderlichkeit bzw. Intermittenz der Belastung aus..Dehnung
Permanente Verformung, die nach Erreichen der maximalen Bruchlast der Probe im Zugfestigkeitsversuch ermittelt wird. Die Dehnung wird in % bezogen auf die Ausgangslänge der Probe bestimmt..Drehen - Schälen
Dies ist ein Bearbeitungsprozess, der an Stranggegossenen runden Stäben angewandt wird. Die Oberfläche wird dadurch maßhaltig und kann ohne weitere Vorbearbeitung eingesetzt werden.>>> hoch zur Auswahl
.Einschlüsse
Nichtmetallische Phasen (Oxyde, Sulfide, Silikate usw.), die im Gefüge der Legierungen in Erscheinung treten. Einschlüsse stellen einen Materialfehler dar..Eisenguss
Eisenlegierung mit einem hohen Prozentsatz Kohlenstoff (C) und einem hohen Prozentsatz Silizium (Si). Gefügemäßig zeichnet sich der Grauguss durch eine metallische und eine zweite nicht metallische Phase, d.h. dem Graphit aus..Elastizität
Eine Eigenschaft, welche die Verformung eines Materials nur während des Aufbringens einer Zug- bzw. Druckbeanspruchung möglich macht. Beim Abnehmen dieser Belastung nimmt das Material wieder seine ausgängliche Form an. Bei den metallischen Materialien wird diese Eigenschaft mit den Konzepten Elastistizitätsmodul und Streckgrenze in Verbindung gebracht..Elastizitätsmodul
Das Verhältnis zwischen der Streckgrenze und der verursachten plastischen Verformung. Beim Grauguss gibt es kein reines elastisches Verhalten. Die angegebenen Werte sind konventionelle Werte und beziehen sich auf die mit einem bestimmten Prozentsatz (ca. 75%) der maximalen Bruchlast verursachten Verformung.>>> hoch zur Auswahl
.Ferrit
Feste Lösung des Kohlenstoffs in Fe Alpha. Der Prozentsatz des Kohlenstoffes (C) liegt sehr niedrig. Dieses Gefüge stellt sich normalerweise zusammen mit Perlit im Brutto-Schmelzzustand ein. Im Guss ist es leicht zu bearbeiten und weist trotz einer geringeren Festigkeit höhere Werte der Verformbarkeit als das Perlit auf..Fräsen
Dies ist ein Bearbeitungsprozess, der an Stranggegossenen rechteckigen und quadratischen Stäben angewandt wird. Die Oberfläche wird dadurch maßhaltig und kann ohne weitere Vorbearbeitung eingesetzt werden.>>> hoch zur Auswahl
.Graphitkokille
Permanente Graphitform, die zur Formgebung beim Stranggussverfahren eingesetzt wird..Guss mit Kugelgraphit
Dies ist der Guss, bei dem die nichtmetallische Phase als Graphit in Kugel- oder Knötchenform in Erscheinung tritt. Ebenfalls sind die Bezeichnungen Kugelgraphitguss oder Sphäroguss bekannt..Guss mit Lamellengraphit
Dies ist der Guss, bei dem die nichtmetallische Phase als Graphit in Lamellenform in Erscheinung tritt. Im Sprachgebrauch ist hier im Allgemeinen die Bezeichnung Grauguss üblich.>>> hoch zur Auswahl
.Härten
Thermische Behandlung der eisenhaltigen Legierungen, die aus einem Erwärmen (850-900ºC) zur Austenisierung (Erhalt eines austenitischen Gefüges) und dem schnellen Abkühlen zum Erhalt eines martensitischen Gefüges (siehe auch Austemperieren) besteht. Der Begriff Oberflächenaushärtung wird dann verwendet, wenn die Behandlung ausschließlich die Oberfläche (selektiv) des betroffenen Teils betrifft.>>> hoch zur Auswahl
.Impfstoffe
Elemente, die der flüssigen Schmelze (sowohl beim Lamellen- als auch beim Kugelgraphit) zur Verbesserung der Keime beigegeben werden. Dies führt zu einer Verbesserung der Homogenität des Gefüges und einer leichteren Bearbeitbarkeit aufgrund der Eliminierung der Weißbereiche (Zementit).>>> hoch zur Auswahl
.Karbide
Diese bestehen aus Kohlenstoff und einem metallischen Element. Normalerweise handelt es sich dabei um Bestandteile, die dem Gussgefüge Härte und Brüchigkeit aber zur selben Zeit eine Verschleißbeständigkeit vermitteln. Eisenkarbid ist das sogenannte Zementit..Korrosion
Chemische Reaktion zwischen dem korrosiven Medium (normalerweise atmosphärisch) und der ausgesetzten metallischen Fläche. Das Ergebnis dieser Reaktion (Oxyd) deckt die Fläche, wobei die Korrosion nach Maßgabe der Natur der Zusammensetzung der gebildeten Fläche weiter voranschreitet bzw. zum Einhalten kommt..Kugelbildner
Ein Element, das der Schmelze beigegeben wird und dafür benötigt wird, dass die Graphitphase in dem Mikrogefüge in Kugel- oder Knötchenform auftritt. Das bedeutet, der Knötchenbilder ist ein Element, das dafür Sorge trägt, dass der Guss zum Kugel- oder Sphärographit- und nicht zum Lamellengraphitguss wird.>>> hoch zur Auswahl
.Legierung
Material mit metallischen Eigenschaften bestehend aus zwei oder mehr Elementen von denen mindestens eins aus Metall ist..Legierungsbeständigkeit
Die eine Legierung ausmachenden chemischen Elemente.>>> hoch zur Auswahl
.Martensit
Gefüge mit unrundem Erscheinungsbild, das bei Stählen und Gussmaterialien aufgrund der Aushärtungsbehandlung auftritt. Martensit ist hart (wenn auch weniger hart als das Zementit) und wenig zäh. Der Aushärtungsprozess wird von einem Anlassen begleitet zu dem Zweck, angelassenes Martensit in das Gefüge einzubringen und auf diesem Wege einerseits die Härte zu senken und andererseits leicht die Zähigkeit zu verbessern..Matrix
Grundlegender Bestandteil des Mikrogefüges. Bei Gussmaterialien spricht man davon, dass das Gefüge aus der metallischen Matrix und dem Graphit gebildet wird (siehe auch Guss mit Kugelgraphit oder Lamellengraphit).>>> hoch zur Auswahl
.Nitrieren
Thermochemisches Behandeln zum Anreichern der Randschicht eines Werkstückes mit Stickstoff. Zum Unterschied vom Aufkohlen oder Carbonitrieren wird die Härtesteigerung nicht erst durch anschließendes Härten erreicht. Nach der Art des Nitriermittels unterscheidet man zw. Gas-, Salzbad-, Pulver- und Plasmanitrieren..Normalglühen
Ein thermischer Behandlungsprozess, bei dem die eisenhaltige Legierung auf eine höhere Temperatur als bei der ferritisch-perlitischen Umformung gebracht und an der Luft abgekühlt (in Abhängigkeit der Stärke des Teils mit bzw. ohne Zwangsbelüftung) wird. Mit dieser Behandlung wird die Perlitisierung des Materials angestrebt.>>> hoch zur Auswahl
.Perlit
Normalerweise lamellenförmiges Gefüge (Eutektoid bezeichnet), das sich dadurch auszeichnet, dass das Ferrit und das Zementit so miteinander verbunden sind, dass sie ein Perlit genanntes neues Element bilden. Obwohl der Perlit härter als der Ferrit ist, ist das Material gut bearbeitbar..Plasmanitrieren
Nitrieren unter Schutz der Glimmentladung in einem unter verringertem Druck stehenden Gasgemisch, wobei das Werkstück die Kathode bildet. Vorteil: kurze Nitrierzeit..Poren
Hohlraumartige Fehler, die sich im erstarrten Metall oder in der erstarrten Legierung aufgrund der in der Flüssigkeit verteilten Gase einstellen. Diese Gase werden beim Abnehmen der Lösbarkeit in der Flüssigkeit eingeschlossen, bilden damit Blasen und führen schließlich zur Porenbildung.>>> hoch zur Auswahl
.Rockwell-Härte
Da die Härte eines Materials dessen Widerstandsfähigkeit gegen das Eindringen eines Körpers ist, wird der Wert der Rockwell-Härte durch die Differenz der Eindrucktiefen von zwei Lasten (Vorlast und Last) bestimmt. Diese Lasten werden auf einen Diamantkegel aufgebracht. Je nach Wert dieser Lasten und des für das Eindringen verwendeten Werkzeugs spricht man von den Skalen A, B oder C. Für GG- und GGG-Guss nicht geeignet>>> hoch zur Auswahl
.Schlacke
Bestandteil der flüssigen Bäder der metallischen Legierungen. Die Schlacke entsteht aus verschiedenen Gründen während der Schmelzvorgänge. Normalerweise trennt sie sich noch vor dem Festigungsprozess der Legierung aus dem Bad ab. Das Vorhandensein von Schlacke im gefestigten Metall oder der gefestigten Legierung ist ein Materialfehler..Spannungsfrei Glühen
Thermische Behandlung metallischer Legierungen zu dem Zweck des Weichmachens oder zum Abbau von Spannungen. Beim Grauguss gibt es zwei Arten des Weichglühens: zum Einen die Eliminierung von Karbiden (Temperaturen um die 850-940ºC ) und zum Anderen die Ferritisierung (Temperaturen um die 680-740ºC)..Stoßfestigkeit
Die aufgenommene Energie pro Oberflächeneinheit des Querschnitts einer Probe im Scherversuch. Dieser Versuch besteht aus einem Aufprall durch eine sich in Bewegung befindende Masse (Abfall eines Pendels) mit der für den Bruch der Probe ausreichenden kinetischen Energie. Einheiten sind z.B. J/cm2..Streckgrenze
Die während der plastischen Verformung von einer Probe in einem Zugversuch maximal ertragene Belastung (siehe auch Elastizität) wird als Streckgrenze bezeichnet. Sie berechnet sich aus dem Verhältnis zwischen dieser Belastung und dem ursprünglichen Querschnitt der Probe.>>> hoch zur Auswahl
.Verformbarkeit
Eine Eigenschaft, welche die permanente Verformung eines Materials ohne Bruch bei Beanspruchung mit einer Zugkraft möglich macht. Bei metallischen Materialien sind die Konzepte der Plastizität und Verformbarkeit ähnlich gelagert..Vergüten
Dieser Prozess beinhaltet zwei thermische Behandlungen in Folge: aushärten und anlassen..Verschleißfestigkeit
Der Widerstand, den ein fester Körper dem Abrieb von Material an der Oberfläche durch einen Reibmechanismus entgegensetzt, der normalerweise von langfristiger Beeinflussung ist. Normalerweise wird die Verschleißfestigkeit mit den Gefügebestandteilen des Materials in Verbindung gebracht.>>> hoch zur Auswahl
.Zementit
Siehe auch Karbide. Zementite bilden sich wenn der Abkühlprozess des flüssigen Materials nach dem sogenannten metastabilen Diagramm abläuft. Normalerweise ist das Auftreten als freies Zementit aufgrund seiner Härte und Brüchigkeit nicht wünschenswert. Bei einigen Einsatzfällen allerdings ist es für die Verschleißfestigkeit des Gefüges von Vorteil..Zugfestigkeit
Die von einem Material bis zum Bruch maximal ertragene Spannbelastung. Berechnet wird das Verhältnis zwischen dieser maximalen Belastung und der Oberfläche des ursprünglichen Querschnitts der dem Zugversuch ausgesetzen Probe.>>> hoch zur Auswahl
